Vom Laboraufbau zum einsatzbereiten Testsystem

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HiL-Productizing

Wenn aus einer guten Idee eine dauerhaft nutzbare Lösung werden soll

Die erste Messung funktioniert. Der Prototyp liefert Ergebnisse. Das Entwicklungsziel scheint erreicht. Doch spätestens wenn aus einem Laboraufbau eine Lösung für den täglichen Einsatz werden soll, beginnen oft die eigentlichen Herausforderungen. Aus einzelnen Messmodulen, provisorischer Verdrahtung und gewachsenen Strukturen muss ein System werden, das zuverlässig arbeitet, reproduzierbare Ergebnisse liefert und auch Jahre später noch erweitert oder gewartet werden kann.

Mit zunehmender Projektlaufzeit zeigen sich häufig die Grenzen gewachsener Testaufbauten: unübersichtliche Verdrahtung, mangelnde EMV-Festigkeit, schwer nachvollziehbare Signalwege oder Messergebnisse, die sich nicht zuverlässig reproduzieren lassen. Genau an diesem Punkt setzt SMART Productizing an.

Aus einer Testaufgabe wird ein industrietaugliches System

Productizing bedeutet für SMART TESTSOLUTIONS, eine Mess- oder Prüfaufgabe so weiterzuentwickeln, dass daraus eine technisch qualifizierte und langfristig einsetzbare Testlösung entsteht.

Dabei geht es nicht darum, Systeme größer oder komplexer zu machen als nötig. Ziel ist vielmehr eine Lösung, die exakt zur jeweiligen Anwendung passt und auch langfristig zuverlässig betrieben, erweitert und gewartet werden kann. Ob einfache Strom-, Spannungs- oder Temperaturmessung, HiL-Prüfstand oder komplexe Validierungsumgebung – jede Lösung wird auf die Anforderungen des Projekts zugeschnitten.

Mit mehr als 30 Jahren Erfahrung in der Automotive-E/E-Validierung sowie in Anwendungen rund um Batterie, Brennstoffzelle und Elektrolyse begleitet SMART TESTSOLUTIONS Kunden von der ersten Idee bis zur serienreifen Umsetzung. Dabei entstehen Lösungen, die nicht nur technische Anforderungen erfüllen, sondern auch den späteren Betrieb, Service und zukünftige Erweiterungen berücksichtigen.

Vom Provisorium zur professionellen Testumgebung

In frühen Entwicklungsphasen zählt vor allem eines: schnell Ergebnisse zu erzielen. Testaufbauten entstehen deshalb häufig pragmatisch und erfüllen zunächst genau ihren Zweck.

Steigen jedoch die Anforderungen, stoßen solche Laborprovisorien oft an ihre Grenzen. Fehlende Dokumentation erschwert die Wartung, Änderungen werden zunehmend aufwendig und die Reproduzierbarkeit von Messungen leidet. Gleichzeitig gewinnen Themen wie EMV, Signalqualität und mechanische Integration an Bedeutung.

SMART Productizing überführt solche Entwicklungsaufbauten in professionelle Testsysteme mit strukturierter Signal- und Energieverteilung, dokumentierter Architektur und klar definierten Schnittstellen. Das Ergebnis sind Lösungen, die auch unter realen Einsatzbedingungen zuverlässig funktionieren.

HiL-Productizing

Modularität als Schlüssel zur Zukunftssicherheit

Ein wesentlicher Bestandteil des Productizing-Ansatzes ist der modulare Aufbau der Systeme.

Stromversorgungsmodule, Verteilersysteme, Kommunikationsschnittstellen sowie MCM-basierte Mess- und Stimulationsbaugruppen lassen sich flexibel kombinieren und an die jeweilige Testaufgabe anpassen. Die standardisierte und steckbare Ausführung ermöglicht es, einzelne Komponenten schnell auszutauschen oder Systeme später zu erweitern, ohne die bestehende Architektur grundlegend verändern zu müssen.

Gerade bei international eingesetzten Testsystemen ist dies ein entscheidender Vorteil. Wartungsarbeiten werden vereinfacht, Ersatzteile können weltweit genutzt werden und Anpassungen lassen sich kontrolliert umsetzen. So bleibt das System auch bei veränderten Anforderungen langfristig einsatzfähig.

Ein strukturierter Prozess von der Idee bis zum Betrieb

Der Productizing-Prozess folgt einer klar definierten Struktur und ermöglicht den Einstieg in unterschiedlichen Projektphasen. Besonders häufig beginnt die Zusammenarbeit bereits dann, wenn Anforderungen analysiert, Konzepte entwickelt oder technische Lösungsansätze bewertet werden.

Der Weg führt von der Anforderungsdefinition über Entwicklung, Prototyping und Fertigung bis hin zu Logistik, Wartung und Lifecycle-Support. Ergänzt wird dieser Prozess durch qualitätsgesicherte Abläufe nach DIN EN ISO 9001. Dadurch entstehen Lösungen mit hoher Nachvollziehbarkeit, reproduzierbaren Ergebnissen und langfristiger Betriebssicherheit.

Aus der Praxis: Modulares HiL-System für den weltweiten Einsatz

Wie sich dieser Ansatz in der Praxis bewährt, zeigt ein Projekt für einen international tätigen Automobilzulieferer. Ziel war ein HiL-System, das weltweit einheitlich betrieben und gewartet werden kann.

Dank der modularen und vollständig steckbaren Architektur lassen sich Relais, Kabelsätze und Funktionsmodule austauschen, ohne in die Gesamtintegration eingreifen zu müssen. Selbst Anpassungen an Signal- oder Pinbelegungen können direkt vor Ort und ohne Spezialwerkzeuge durchgeführt werden. Das reduziert Wartungszeiten und vereinfacht Serviceprozesse erheblich.

HiL-Multiplexer
HiL-Multiplexer Bild: SMART TESTSOLUTIONS/ Emanuel Zifreund

Effizientere Testabläufe durch intelligente Erweiterungen

Ein weiteres Beispiel zeigt, wie bestehende Testinfrastruktur effizienter genutzt werden kann. Für automatisierte Regressionstests entwickelte SMART TESTSOLUTIONS einen HiL-Multiplexer, der die Anbindung mehrerer Steuergeräte an ein bestehendes HiL-System ermöglicht.

Dadurch können Testabläufe effizienter organisiert werden, ohne zusätzliche Prüfinfrastruktur aufbauen zu müssen. Die Lösung steigert die Auslastung vorhandener Teststände und erhöht den Durchsatz automatisierter Testprozesse – ein wichtiger Vorteil insbesondere in softwareintensiven Entwicklungsprojekten.

Fazit

Ein funktionierender Laboraufbau ist oft der erste Schritt auf dem Weg zu einer erfolgreichen Testlösung. Für den langfristigen Einsatz braucht es jedoch mehr als eine gute Idee.

Mit SMART Productizing entstehen aus individuellen Mess- und Prüfaufgaben durchdachte, dokumentierte und wartungsfreundliche Systeme, die sich flexibel an neue Anforderungen anpassen lassen. So wird aus einem Prototypen eine Lösung, die nicht nur heute funktioniert, sondern auch morgen noch zuverlässig ihren Dienst erfüllt.

Weitere Einblicke in SMART Productizing

Die vorgestellten Beispiele zeigen nur einen Ausschnitt der Möglichkeiten, die ein durchdachter Productizing-Ansatz bietet. Weitere Einblicke in konkrete Projekte, technische Hintergründe und Best Practices finden Interessierte in den folgenden Beiträgen:

Erklärvideo: Zellkontaktierung frühzeitig planen
Bereits in frühen Entwicklungsphasen werden wichtige Entscheidungen getroffen, die sich auf Wartbarkeit, Erweiterbarkeit und die langfristige Nutzbarkeit von Testsystemen auswirken. Das Erklärvideo zeigt anhand einer Zellkontaktierungslösung, wie ein vorausschauender Entwicklungsansatz spätere Herausforderungen vermeiden kann.

Productizing-Projekt rückt Wartbarkeit in den Fokus
Anhand eines konkreten Kundenprojekts wird deutlich, wie modulare Architektur, standardisierte Schnittstellen und Servicefreundlichkeit dazu beitragen, Testsysteme langfristig effizient betreiben und warten zu können.

Productizing bei All About Test
Der Fachbeitrag beleuchtet den SMART Productizing-Ansatz aus einer übergeordneten Perspektive und zeigt, wie aus individuellen Mess- und Prüfaufgaben robuste, weltweit einsetzbare Testlösungen entstehen.

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