Schneller zum Testsystemkonzept: Diese Informationen sind wichtig

von Norbert Witteczek

Bevor das Konzept für ein neues Testsystem ausgearbeitet werden kann, sind einige wichtige Fragen zu klären. Ideal ist es, wenn das Anforderungsprofil unseres Kunden die Antworten auf diese Fragen bereits enthält. Denn dann können wir zum einen frühzeitig erkennen, ob der Kunde mit seinem Projekt bei uns richtig ist, zum anderen verkürzt sich die Konzeptausarbeitungsphase für das gewünschte Testsystem erheblich.

Über die organisatorischen Rahmendaten wie geplante Verfügbarkeit, Betriebsort, Budgetlimits usw. lassen sich die erforderlichen Informationen für die Konzeption eines Testsystems im Wesentlichen in vier Blöcke unterteilen:

  • Informationen zum Prüfling: Was genau soll getestet werden, welche technischen Spezifikationen hat der Prüfling in Hardware und Software?
  • Informationen zum geplanten Test: Welche Art von Prüfung soll durchgeführt werden?
  • Informationen zur Prüfsoftware: Gibt es Präferenzen für ein bestimmtes Tool?
  • Informationen zum Systembau: Gibt es Vorgaben für die Verwendung bestimmter Komponenten? Anforderungen an Service und Wartung?

Natürlich lassen sich diese vier Informationsblöcke nicht isoliert voneinander betrachten, oft spielt ein Bereich in den anderen hinein. So ist es für uns wichtig zu wissen, welche Schnittstellen der Prüfling – in der Regel ein Steuergerät – nutzt: Welche Typen von Pins weist er auf, zum Beispiel digitale I/O-Pins, analoge Erfassungs- und Ausgabe-Pins, Versorgungs- und Kommunikations-Pins? In welcher Zahl? Damit hängt dann auch die Frage zusammen, wie die jeweiligen Schnittstellen für den geplanten Test bedient werden müssen und das wiederum hängt davon ab, was softwareseitig geplant ist: Soll auf dem Prüfling die eigentliche Betriebssoftware laufen oder gibt es eine spezielle Testsoftware? Je genauer Sie uns Ihren Prüfling beschreiben, umso besser und schneller können wir die Systemauslegung durchführen.

Welches Softwareumfeld wir antreffen hängt natürlich sehr stark davon ab, was genau unser Kunde testen möchte. Bei Hardware-Funktionstests beispielsweise gibt es in der Regel eine spezifische Testsoftware die im Prüfling ausgeführt wird und es dem Testsystem erlaubt, über bestimmte Befehle ganz bestimmte Hardware-Funktionen anzusprechen. Ist dagegen eine Dauererprobung des gesamten Systems – also von Hard- und Software – geplant, muss das Steuergerät in eine erweiterte Simulationsumgebung eingebettet werden.

Aus diesem Grund stehen zu Beginn der Analyse vor allem der Prüfling und die geplante Testart im Vordergrund. Geht es um einen End-of-Line-Prüfstand sind hohe Taktraten und die parallele Bedienung vieler Pins gefragt. Bei einer Dauererprobung geht es oftmals um parallel verfügbare Testsysteme, welche die in der LV 124 Norm beschriebenen Tests oder Teile davon für eine definierte Prüflingscharge abdecken sollen.

Die LV 124 wurde angesichts der gestiegenen Anforderungen an die Ausfallsicherheit von Baugruppen von Vertretern führender Kfz-Hersteller zusammengestellt und beschreibt unterschiedliche elektrische Tests und deren Anforderungen. Ziel ist das frühzeitige Erkennen und Beseitigen von kurzfristig auftauchenden elektrischen Fehlern. SMART hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Testsysteme zur Durchführung entsprechender Dauererprobungen gebaut.

Diese sind in der Regel modular aufgebaut und erweiterbar, weil die jeweiligen Kunden viele parallele Tests durchführen wollten. Auch diese Information ist für uns wichtig: brauchen Sie einen Befundungstester für den Einsatz im Labor, oder sollen viele Prüflinge parallel getestet werden?

In Bezug auf die Prüfsoftware, also die Software, die das Testsystem steuert, ist es wichtig zu wissen, ob Sie für Ihre Tests eine bestimmte Software-Suite nutzen, die auch beim geplanten Testsystem verwendet werden soll. In diesem Fall würden wir die notwendigen Treiber erstellen, um das Testsystem an Ihre Software anzubinden. Wenn Ihre Anforderungen jedoch so speziell sind, dass sie nicht von einem gängigen 3rd-Party-Tool abgedeckt werden, erstellen wir für Sie auf Basis unseres Software-Frameworks eine kundenindividuelle Software.

Sie sehen, es gibt einige wichtige Fragen zu klären, bevor wir ein Konzept für Ihr Testsystem erstellen können. In diesem Blogbeitrag habe ich die wichtigsten angesprochen. Wenn Sie ins Detail gehen möchten, melden Sie sich gerne bei mir. Ich lasse Ihnen eine Checkliste mit den benötigten Informationen zukommen und wir können gemeinsam die weiteren Schritte abstimmen. Sie erreichen mich am besten per Mail: .

Modulares Testsystem zur Dauererprobung von Bremsen
Für ZF haben wir ein modulares Testsystem zur Dauererprobung von Bremssteuergeräten entwickelt. Bild: SMART Testsolutions /Emanuel Zifreund

Zurück

Einen Kommentar schreiben