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14. Dezember 2016

SMART unterstützt Prüfstandsbauer bei E/E-Ausstattung

Kamen Prüfstände für mechanische Fahrzeugkomponenten und Formen vor einigen Jahren noch ohne aufwändige Elektronik aus, ist das heute vielfach nicht mehr der Fall. Mit der zunehmenden Elektrifizierung der Fahrzeuge müssen nun auch mechanische Prüfstände elektrifiziert und zum Teil mit hochgenauer, komplexer Messtechnik ausgestattet werden. Für die Prüfstandsbauer bedeutet das einen Paradigmenwechsel. Wie SMART ihnen dabei hilft, darauf zu reagieren, zeigt das Beispiel eines Prüfstands für Cabrio-Verdecke.

Früher musste der Fahrer selbst Hand anlegen, heute reicht ein Knopfdruck und das Cabrio-Verdeck öffnet und schließt sich wie von Geisterhand – und das bis zu einer bestimmten Geschwindigkeit sogar während der Fahrt. Geregelt wird dieser Vorgang – wie inzwischen so vieles in einem modernen Fahrzeug – von einem Steuergerät, das mit  Sensoren und anderen Steuergeräten im Auto kommuniziert. Folglich muss auch ein Prüfstand, auf dem neben der Geometrie der Verdecke weitere Funktionen überprüft werden sollen, mit E/E-Funktionen ausgestattet sein.

Hier kommt SMART ins Spiel. Für einen Prüflehrenbauer haben wir die komplette E/E-Ausstattung eines Verdeckprüfstandes übernommen – von der Bereitstellung der Stromversorgung über die Steuerung der Verdeckanlage und Entwicklung der Prüfstandssoftware bis hin zur Messdatenerfassung, -auswertung und -visualisierung.

Die Steuerung der Verdeckanlage während des Prüfvorgangs erfolgt über das Originalsteuergerät des Fahrzeugherstellers. Das erfordert eine Simulation relevanter Umgebungsparameter, ohne die das Steuergerät nicht funktioniert. Beispielsweise braucht das Steuergerät die Information, dass der Wagen steht, sonst würde es nicht den Befehl zum Öffnen an die Hydraulikpumpe übermitteln.

Da SMART seit vielen Jahren im Automotive-Umfeld unterwegs ist, gehört eine solche sogenannte Restbus-Simulation zum täglichen Geschäft unseres Softwareteams. Gleiches gilt für die CAN-Kommunikation mit dem Steuergerät. Neben Software kamen in diesem Fall aber auch Hardware-Komponenten zum Einsatz. So zum Beispiel unsere Baugruppe zur Spannungsmessung MCM-U08AII-BI, mit der bis zu acht Kanäle mit einer Genauigkeit von 0,1 Prozent zeitsynchron gemessen werden können. Sie dient unter anderem dazu, die Funktion der Heckscheibenheizung zu prüfen.

Da beim Öffnen und Schließen des Verdecks im Prüfstand durchaus Verletzungsgefahr besteht, bestand eine besondere Anforderung darin, die Risiken für den Prüfstandsbediener zu identifizieren und in der Software abzubilden. Ein gemeinsamer Workshop mit dem Prüflehrenhersteller diente dazu, die Gefahren detailliert zu analysieren. Ein Ergebnis: Der Prüfvorgang kann nur dann eingeleitet werden, wenn der Bediener einen Zweihandtaster betätigt und weitere Bedingungen erfüllt sind. Außerdem wurde der Prüfstand mit mehreren Notausschaltern und Signallampen ausgestattet.

Der Bediener steuert den Prüfablauf von einem Laptop oder PC am Prüfstand aus, auf dem die speziell für dieses Projekt erstellte Steuer- und Auswertesoftware installiert ist. Die Benutzeroberfläche ist anschaulich grafisch gestaltet, der Bediener wird Schritt für Schritt durch die Prüfung geleitet. Im PC laufen außerdem sämtliche Daten zusammen. Es kann direkt ein grafisches Messprotokoll generiert und als PDF oder im Excel-Format abgespeichert werden. Alternativ lassen sich die Daten auch als reine Excel-Datei exportieren.

Das Beispiel zeigt eine gelungene Zusammenarbeit mit einem Spezialisten für mechanische Messtechnik. Der Prüflehrenbauer übernahm den Part der geometrischen Prüfung der Verdeckform. SMART trug die Funktionsprüfung der Heckscheibenheizung sowie die Messung der Öffnungs- und Schließzeiten bei, kümmerte sich um die Kommunikation mit dem Steuergerät und die gesamte Softwareentwicklung. Sie stehen vor einer ähnlichen Aufgabe? Dann schreiben Sie uns.

von Silke Thole | sprechblase keine Kommentare

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